Maker Faire Hannover und Nantes Maker Campus 2021
Am 18.06. fand die – pandemiebedingt virtuelle – Maker Faire Hannover statt.
Wir konnten es uns natürlich nicht lassen, dafür auch etwas aufzubauen. Das meiste hat aber René für Ruhm und Ehre des Vereins getan: Er hat den Wissenschafts-Livestream moderiert und auch die Maker Faire eröffnet – eine prima Sache!
Dank niedriger Inzidenzen haben wir uns sogar ausnahmsweise nach Lemiers getraut, was, wie sich herausgestellt hat, ein guter Test für die nächsten Maker Faires war: Aluquerstreben statt Kunststoffquerstreben in den Säulen ergaben gute Kurzschlüsse zwischen den einzelnen LED-Streifen, was eher zu einer Heizung als zu einer Beleuchtung führte. :)
Auch bei ein paar anderen Exponaten muss noch nachgearbeitet werden – schwere Massen sind eh unpraktisch für den Transport, und das Rollen über Wege und damit bewegte Massen ist auch nicht gut für die Struktur. Aber zumindest ein paar Sachen haben wir zum Leuchten bekommen – allerdings etwas zu hell für die Kameras zum Streamen, und auch die Interaktivität kam etwas zu kurz.
Fazit: Ein gutes Warm-up, um hoffentlich so langsam wieder zu „echten“ Messen und Maker Faires überzugehen – und die neuen Exponate etwas robuster zu gestalten.
Kurze Zeit später ging es dann tatsächlich in die Welt hinaus – zumindest bis nach Nantes, wo der Nantes Maker Campus stattfand, eine ziemlich verrückte Mischung unterschiedlichster Kreationen.
Mag auch am Ort liegen: eine alte Werfthalle, in der „Les Machines de l’île“ spannende Sachen bauen. Die Ausstellung war somit überdacht, aber ohne Wände, was eine gute Durchlüftung ergab. Masken waren vorgeschrieben, und mit einem Minimum an akuten Corona-Fällen sowohl in Frankreich als auch in Deutschland fühlte man sich doch ziemlich sicher.
Erste Nacharbeiten nach der Maker Faire Hannover waren erfolgreich – beim Flipper gibt es für diese Art von Reisen wohl in Zukunft eine neue, leichtere Version; der war diesmal nicht dabei. Aber die Säulen liefen, und man konnte schön 1D-Spiele spielen. Diese passen (halbwegs) zu verschiedenen Vorteilen der Quantensensorik – nur ist der Dreizeiler dazu auf der Fernsteuerung natürlich auf Deutsch, was vor Ort somit nicht so viel brachte.
Auch gab es insgesamt eine leichte Zurückhaltung, mit den Sachen zu spielen, vermutlich weil auf der Ausstellung relativ viele künstlerische Objekte waren – gekaufte Fernbedienungen wurden in die Hand genommen, die Eigenbauten eher nicht.
Hingucker war natürlich weiterhin der Spiegelwürfel – auch im Vergleich zum Ikosaeder, der eigentlich viel komplizierter zu bauen war. Da müssen wir mal schauen, wie wir den für Quantenspiele nutzen können – als Darstellung der Blochsphäre für QuantumHero passt er nicht so ganz, da die Achsen ja nicht den Standardrotationen entsprechen, sondern Kombinationen von diesen.
Für andere Spiele funktionierten die LED-Matrizen mit unterschiedlichen Diffusormaterialien schon ganz gut (Textil, Holz, Stein). Insbesondere zu unserem Beispiel, einfach einen Salzkristall zu nutzen, gab es bei beiden Messen positives Feedback – eigentlich erstaunlich, da Salzkristalllampen ja nichts Neues sind.
Bei der nächsten Veranstaltung gibt es daher wohl ein Spiel pro Matrix – um das Umschalten zu vermeiden und die Tasten auf das Notwendigste zu reduzieren. Dies sollte die Einstiegshürde, damit herumzuspielen, etwas verringern. Wobei dabei das obige Problem („DIY-Steuerungen fasst man nicht an“) noch irgendwie umgangen oder reduziert werden muss.
Peppers-Ghost-Displays, die wir in Zukunft eigentlich für Erklärungen nutzen wollten, haben dank der Sonne nicht wirklich funktioniert, trotz der Zweckentfremdung von Lernkartenboxen zur Abschattung. Das System war natürlich witzig und die Leute fanden es prima, aber es brauchte dadurch selbst wieder Erklärungen … also eher das Gegenteil des geplanten Zwecks.
Soweit zu unserem Stand; es gab aber auch tolle Inspirationen für neue Ideen an den anderen Ständen. Einer der benachbarten Stände hat zum Beispiel ein Spiel entwickelt, bei dem die Gegner passend zur Musik erzeugt werden.
Ich bin noch nicht ganz sicher, wie sich das übertragen lässt, aber Mikrofon und Audiospektrum gibt es ja schon für die LED-Matrix … oder man benutzt einen Quantenzustand als Generator. Mal schauen.
Insgesamt waren auch viele Stände mit Hilfsmitteln vertreten – etwas ärgerlich im Nachhinein, dass wir weder die BigButtons noch den Vibrationsmotor-Bauchgurt dabei hatten, um unsere Spiele inklusiver zu machen.
Flightcases und Inhalt haben den Härtetest „Umsteigen in Paris“ überstanden. Es gab aber noch ein besseres System: ein komplettes FabLab in dieser Art von Boxen – inklusive Tischsystem.
Recyclingideen gab es ebenfalls an vielen Stellen; Blumen aus PET-Flaschen sind faszinierend.
Nomad Man war eine witzige Truppe, die ein paar Zuschauer als „Antrieb“ ihres Fahrrads motivierte und dann über den Maker Campus, aber auch über das Außengelände fuhr und Musik machte. Auch andere mobile Exponate haben ab und zu das Ausstellungsgelände verlassen und draußen in der Umgebung Stimmung gemacht – dort, wo halt auch die normalen Exponate der Machines sind und der Elefant seine Kreise zieht.
Und dann natürlich: Modellheißluftballone, Fische, Dosenkostüme, eine Nautilus …
Es hat also einfach nur Freude gemacht; im nächsten Jahr dann hoffentlich mit weniger Corona und mehr Personen.