FAB-Konferenz 2023
Ende Juli fand die jährliche FAB-Konferenz statt, die internationale FabLab- bzw. FabCity-Konferenz. Neben der eigentlichen Konferenz gibt es seit letztem Jahr auch Fab Challenges, bei denen sich die Teilnehmer Lösungen für aktuelle Probleme im Land überlegen müssen.
Wir mussten ziemlich umdenken: Das Problem, dass man wegen zu viel Hitze und Wasser keine dritte Ernte einfahren kann – was aber wegen Lager- und Transportbeschränkungen notwendig wäre –, ist ziemlich ungewohnt.
Und es ist vom Anspruch her etwas gruselig, wenn man davon ausgeht, dass man als Besucher mal eben eine Lösung findet; die meiste Zeit war man daher eher selbst am Lernen – die meisten Ideen sind natürlich schon ausprobiert worden. Insgesamt war es aber eine tolle Erfahrung, und wir müssen schauen, dass wir da in Zukunft noch etwas weiterarbeiten – nicht dass ich irgendwie bezweifeln würde, dass wir nicht schon die perfekte Lösung gefunden hätten. ^^
Auf der Konferenz selbst gab es spannende Themen – für uns besonders interessant war das Quanten-FabLab von Michael Schäfer –, aber den Erfahrungsaustausch hätte man natürlich auch auf kürzerem Wege haben können. Aber ein Besuch in seinem Lab muss wohl mal sein; er hat schon eine nette Geräteausstattung dazubekommen seit dem letzten Besuch.
Apropos Ausstattung: Im SuperFabLab gab es dann mal richtige Industriemaschinen zu bewundern; der Zünd-Cutter wäre ein Traum (sowohl vom Platzbedarf als auch von den Kosten her wird er es wohl auch bleiben). Aber die Idee, einfach eine große CNC-Fräse per Schleppmesser in eine Art übergroßen Vinylcutter für Wellkarton zu verwandeln, könnte man auch gut für eine DIY-CNC-Fräse übernehmen.
„Fab in a Box“ – Mini-CNC-Maschinen als kostengünstiges Einsteiger-FabLab – scheint ein interessantes Konzept zu sein, auch wenn ich die Ausführung noch nicht ganz überzeugend finde; aber die Idee ist gut. Dann gab es noch mehrere Konzepte, um entweder natürliche Materialien oder Abfälle als Grundlage für kostengünstige Workshops zu nutzen – insgesamt war das eine Konferenz, auf der auffiel, dass Material zum Ausprobieren wichtiger ist als (teure) Maschinen.
Insgesamt scheint bei uns im Westen der Bildungsaspekt in Makerspaces immer mehr in den Vordergrund zu rücken, während sie in anderen Teilen der Welt eher als Basis für Start-ups gesehen werden. Interessant waren auch die unterschiedlichen Sichtweisen von Geldgebern und Empfängern: Während z. B. Gründer in Afrika darüber fluchen, dass Geldgeber immer auch eine soziale Komponente und Verbesserungen der lokalen Lebensumstände verlangen – statt zu sehen, dass dies durch Geldverdienen ja auch geschieht –, sieht das bei uns wohl etwas anders aus.